Auf Wanderschaft: Einmal um die Texelgruppe

Hof zu Hof, Tal zu Tal

„... ja und dann waren wir endlich oben. Ehrlich, der ganze Muskelkater war uns plötzlich egal. Wir sind einfach nur dagestanden und haben geschaut. Keine Ahnung, wie lange. Irgendwann hat mein Magen geknurrt und ich dachte mir: Stimmt, wir wollten ja eigentlich noch unsere belegten Brote essen. Man vergisst in so einem Moment wirklich alles. Diese Aussicht, diese Ruhe – das kann man gar nicht richtig beschreiben. So frei, haben wir uns schon lange nicht mehr gefühlt."

Vor einigen Wochen durften wir wieder zwei langjährige Stammgäste bei uns begrüßen. Die beiden verbringen viel Zeit in den Bergen und haben schon zahlreiche Wanderungen erlebt. Wenn sie erzählen, geht es selten um Höhenmeter und Gipfel – sondern vor allem um die Momente dazwischen: eine herzliche Begegnung auf einer Hütte, ein besonders schöner Abschnitt des Weges, tierische Beobachtungen und vieles mehr. Doch bei einer Tour merkten wir sofort – diese ist ihnen besonders in Erinnerung geblieben. So ausführlich und mit so viel Freude haben wir sie selten von einer Wanderung erzählen hören. Und ehrlich gesagt können wir es gut nachvollziehen. Denn der Meraner Höhenweg macht etwas mit einem.

Eine Runde, viele Welten

Man könnte faaaast sagen, der Meraner Höhenweg ist die Sellaronda für alle, die lieber Wanderschuhe als Skischuhe tragen. Anstelle den Sellastock in den Dolomiten zu umrunden, führt die große, mehrtägige Wandertour einmal rund um die Texelgruppe – ein der markantesten Gebirgsgruppen der Ötztaler Alpen oberhalb von Meran. Und wie es sich für einen echten Höhenweg gehört, gibts natürlich wunderwunderwunderschöne Panoramen entlang der Strecke: auf den Talkessel des Meraner Landes, den Vinschgau und – an besonders klaren Tagen – sogar bis zu den Dolomiten und zum Ortler-Massiv. Das Schöne an der Tour: Sie muss nicht am Stück bewältigt werden. Der Meraner Höhenweg lässt sich in fünf, sechs oder acht Tagesetappen erwandern. Dank zahlreicher Zu- und Abstiegsmöglichkeiten kann jeder seine ganz persönliche Route planen. Zum Glück! Denn knapp 100 Kilometer und rund 5.000 Höhenmeter an einem Stück ... puh, das wäre dann doch eine ziemlich sportliche Angelegenheit. 😉

"Viel wandern
macht bewandert."

- Peter Sirius

Der Meraner Höhenweg verbindet jedoch nicht nur Landschaften, sondern auch Menschen. Nicht umsonst trägt er das Motto „Hof zu Hof, Gemeinde zu Gemeinde, Tal zu Tal“. Er führt vorbei an urigen Bergbauernhöfen, verbindet Täler und Dörfer und macht Begegnungen möglich – weshalb er oft auch als Freundschaftsband bezeichnet wird. Übrigens: Den Meraner Höhenweg gibt es bereits seit 1985. Bevor Wanderer ihn Schritt für Schritt entdecken konnten, waren fast zehn Jahre Planung und Bau nötig, um die einzelnen Wegabschnitte miteinander zu verbinden. Was den Meraner Höhenweg außerdem so spannend macht? Seine zwei Gesichter. In den südlichen Teilabschnitten (Dorf Tirol, Partschins, Naturns) geht es auf 1.300 bis 1.800 Metern durch eine mediterran geprägte Landschaft mit Kastanienhainen und sonnigen Hängen – da könnte man durchaus fast vergessen, dass man auf einem Höhenweg unterwegs ist. Anspruchsvoll ist er zwar auch, insgesamt aber gut für geübte Wanderer geeignet. Die nördlich gelegenen Etappen (Schnalstal & Passeiertal) holen einen dann aber schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Hier wird die Landschaft rauer, alpiner – und der Weg verlangt deutlich mehr Trittsicherheit, Kondition und Bergerfahrung. Der höchste Punkt liegt auf stolzen 2.855 Metern. Oder anders gesagt: Spätestens hier merken auch die Waden, dass sie in den Bergen unterwegs sind. 😉

Raufgehen, um anzukommen

Ich finde ja, der Meraner Höhenweg ist eine der besten Möglichkeiten, um wirklich herunterzukommen. Auch wenn man dabei – rein körperlich betrachtet – so manchen Höhenmeter nach oben zurücklegt. 😉 Mit jedem Schritt lässt man ein bisschen Alltag hinter sich. Man taucht ein in die Stille der Natur, folgt verwunschenen Waldpfaden, staunt über spektakuläre Schluchten, überquert abenteuerliche Hängebrücken und freut sich am Ende des Tages auf eine gemütliche Hütte, eine warme Mahlzeit und den Blick zurück auf das Erlebte. Ein Weg, der nicht nur durch die Berge führt, sondern auch ein Stück weit zurück zu uns selbst.

So, genug geschwärmt! An dieser Stelle möchte ich Ihnen einen kleinen Überblick über den gesamten Meraner Höhenweg geben. Natürlich könnte ich mich einfach auf den Abschnitt rund um Dorf Tirol konzentrieren – schließlich liegt er quasi direkt vor unserer Haustür. Aber ich finde: Diese rund 100 Kilometer lange Tour rund um die Texelgruppe hat es verdient, als Ganzes erzählt zu werden. Denn jede Etappe erzählt ihre eigene Geschichte*.

*PS.: Über die eine oder andere Attraktion entlang des Weges haben wir in unserem Magazin bereits berichtet – etwa über die spektakuläre 1.000-Stufen-Schlucht. Doch dazu später mehr.

6 Etappen, unzählige Lieblingsmomente

Die beste Zeit für den Meraner Höhenweg? Grundsätzlich von Anfang Juli bis Ende September. Dann sind auch die höher gelegenen Abschnitte wie etwa im Pfossental und die nördlichen Etappen meist schneefrei. Die sonnigen Südhänge im Vinschgau hingegen können bereits früher im Jahr und teilweise sogar bis in den November hinein begangen werden. Aber Achtung: In den Bergen entscheidet am Ende immer das Wetter. Schneefelder, Nässe oder wechselhafte Bedingungen können die Verhältnisse jederzeit verändern – ein kurzer Blick auf die aktuelle Wetterlage gehört also unbedingt ins Wandergepäck. Und keine Sorge: Auch wer sich nicht unbedingt als geborener Kartenleser sieht, kommt gut ans Ziel. 😉 Der Meraner Höhenweg ist in beide Richtungen bestens ausgeschildert – einfach der Markierung mit der Nummer 24 folgen und Schritt für Schritt die Landschaft genießen

Pssst! Kleine Anmerkung: Die folgende Einteilung ist unsere persönliche Lieblingsvariante. Denn wie so oft in den Bergen, gibt es nicht nur den einen richtigen Weg – der Meraner Höhenweg lässt sich ganz individuell planen, je nachdem, wie viel Zeit, Ausdauer und Lust auf Höhenmeter man mitbringt.

Etappe 1: Dorf Tirol (Hochmuth) – Giggelberg (Partschins)

Einstieg: Seilbahn Hochmuth oder Vellauer Korblift
Hochmuth → Leiter Alm → Hochganghaus → Tablander Alm → Nasereit → Giggelberg

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  • Muthöfe:
    Die abgelegene Hofgruppe liegt hoch über Dorf Tirol an den steilen Hängen der Mutspitze. Lange Zeit waren die Höfe nur über Fußwege und die Seilbahn Hochmuth erreichbar. Heute wirken die verstreut liegenden Bergbauernhöfe fast wie ein Fenster in eine andere Zeit. Und ein bisschen „Mut“ gehört hier wohl tatsächlich dazu: Denn an einem solchen Steilhang zu leben und zu arbeiten, braucht vor allem Erfahrung, Ausdauer und Verbundenheit mit der Bergwelt.
  • Leiter Alm:
    Eine Einkehr lohnt sich hier ganz besonders! Ein Vögelchen hat uns gezwitschert, dass die Brennnesselsuppe grandios, die Käseknödel großartig und der Kaiserschmarrn ein Gedicht sein sollen …
  • Spannbandbrücke über den Tollgraben:
    Wer den Meraner Höhenweg erwandert, sollte schwindelfrei sein – zumindest ein kleines bisschen. Die rund 55 Meter lange Spannbandbrücke über den Töllgraben sorgt für einen kleinen Adrenalinschub und macht den Weg gleich zu Beginn ein Stück abenteuerlicher.
  • Partschinser Wasserfall:
    Ein paar Meter unterhalb der Nasereithütte wartet der Partschinser Wasserfall – mit seinen 97 Metern Höhe eine beeindruckende Naturkulisse. Übrigens trägt er auch den Beinamen „Luftkurort“. Warum das so ist? Können Sie ganz entspannt in dieser Lisetta-Story nachlesen.
Etappe 2: Giggelberg - Katharinaberg

Einstieg: Bergstation Seilbahn Texelbahn
Giggelberg → 1000-Stufen-Schlucht → Hängebrücken → Linthof → Katharinaberg

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  • 1.000 Stufen Schlucht: Das Herzstück dieser Etappe? Die berühmte 1.000-Stufen-Schlucht. Und eine 55 Meter lange Hängebrücke. Wer diese nicht betreten möchte, kann sie natürlich auch umgehen. Aaaaaber: Stufen steigen kann erstaunlich anstrengend sein ... ich warne sie nur vor. 😉 Kleiner Vorab-Einblick gefällig? Zum nachlesen
  • Abstiegsmöglichkeiten: Nicht das klassische Highlight, ich weiß. Falls sie aber müde von der Wandertour sind oder die Hängebrücke etwas zu viel an Aufregung war, können Sie zwischen drei verschiedenen Abstiegsvarianten wählen (nach Hochforch über Plaus, vor den 1.000 Treppen bei Grub nach Naturns, nach Galmein über Unterstell).
Etappe 3: Katharinaberg – Eishöfe

Nächstgelegener Einstieg: Unterstellbahn (Naturns)
Katharinaberg → Unterstell → Vorderkaser → Pfossental → Eishöfe

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  • Pfossental: Wer Ruhe sucht, wird das Pfossental lieben. Das ursprüngliche Seitental des Schnalstals zählt zu den schönsten Abschnitten des Naturparks Texelgruppe. Es führt tief in die alpine Bergwelt hinein und bietet eindrucksvolle Ausblicke auf die Dreitausender der Texelgruppe – darunter die Hohe Weiße und die Hohe Wilde.
  • Eishof: Manche Orte brauchen gar nicht viele Worte – der Eishof gehört definitiv dazu. Mitten in der Bergwelt der Texelgruppe gelegen, ist er ein Platz zum Durchatmen, Staunen und kurz Verweilen. Lust mehr über den Eishof zu erfahren? Dann sollten Sie in diese Lisetta Story reinschnuppern.
Etappe 4: Eishof – Pfelders

Nächstgelegener Einstieg: Pfossental (Vorderkaser/Eishof)
Eishof → Eisjöchl → Stettiner Hütte → Pfelders

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  • Eisjöchl: Hier macht der Meraner Höhenweg seinem Namen alle Ehre: Auf 2.895 Metern erreicht man am Eisjöchl den höchsten Punkt der Tour. Der Aufstieg ist fordernd, aber spätestens oben angekommen, weiß man, warum man jeden einzelnen Höhenmeter auf sich genommen hat. Unsere beiden Stammgäste könnten Ihnen dazu sicher mehr erzählen ... 😉
  • Pfelders: Nach den alpinen Herausforderungen rund um das Eisjöchl führt der Weg hinunter nach Pfelders – ein kleines, autofreies Bergdorf im hinteren Passeiertal auf rund 1.600 Metern Höhe. Umgeben von der Bergwelt der Texelgruppe steht der Ort für Ruhe, Ursprünglichkeit und eine besondere Nähe zur Natur.
Etappe 5: Pfelders – Matatz

Nächstgelegener Einstieg: Pfelders
Pfelders → Innerhütt → Ulfas → Christl → Matatz

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  • Bergbauernhöfe im Passeiertal: Manchmal sind es gar nicht die großen Gipfel, die einen Weg besonders machen. Auf dieser Etappe sind es die kleinen Dinge: alte Höfe, stille Weiler und die Begegnungen mit einer gewachsenen Bergbauernlandschaft. Der Meraner Höhenweg führt hier ganz im Sinne seines Mottos „von Hof zu Hof“ vorbei an Orten wie Ulfas, Christl und Matatz – und zeigt eine Seite Südtirols, die noch sehr ursprünglich geblieben ist.
Etappe 6: Matatz – Muthöfe (Dorf Tirol)

Nächstgelegener Einstieg: Matatz
Matatz → Kalmbachtal → Magdfeld → Spronsertal → Gasthof Talbauer → Bergstation Hochmuth

♥️ Lisetta loves:

  • Kalmbachtal: Ein kleiner Höhenweg-Rekord zum Schluss! Im Kalmbachtal erreicht man mit 820 Metern Meereshöhe den tiefsten Punkt des gesamten Meraner Höhenwegs. Nach den vielen Höhenmetern der vergangenen Tage ist es fast ungewohnt, wieder so weit ins Tal hinunterzukommen – bevor es natürlich wieder bergauf weitergeht. Was dachten Sie denn? Hihi.
  • Gasthof Talbauer: Kurz vor dem Ziel wartet mit dem Gasthof Talbauer ein wunderbarer Platz für eine letzte Pause. Nicht nur ein herrlicher Blick über das Etschtal verzaubert, sondern auch die wohlverdiente Belohnung nach vielen Höhenmetern: ein fluffiger Kaiserschmarrn, herzhafte Käseknödel oder klassische Spinatknödel. Bergpanorama und Genuss – mehr braucht man eigentlich nicht.

Und was bleibt am Ende?

Der Meraner Höhenweg ist mehr als eine Wanderung. Natürlich sind da die beeindruckenden Zahlen: fast 100 Kilometer, rund 5.000 Höhenmeter und ein ganzer Naturpark voller alpiner Landschaften. Aber Zahlen erzählen nur einen kleinen Teil der Geschichte.

Die eigentlichen Erinnerungen entstehen unterwegs. Beim Staunen über die Weite der Bergwelt, beim Beobachten der schlauen Murmeltiere, das gemeinsame Lachen nach einem anstrengenden Anstieg und in diesen stillen Momenten, in denen man einfach nur Schritt für Schritt unterwegs ist. Was also bleibt? Viele Bilder im Kopf, Geschichten, die man gerne weitererzählt – und ja, vielleicht auch ein bisschen Muskelkater. 😉

Psssst Geheimtipp: Wer schon vor der Wanderung wissen möchte, was ihn erwartet – der Meraner Höhenweg lässt sich auch virtuell erkunden. Einmal die gesamte Strecke „überfliegen“, die Landschaft von oben betrachten und sich schon ein bisschen auf das nächste Bergabenteuer einstimmen – oder nach der Tour in Erinnerungen schwelgen.
Der Höhenweg im Tiefflug

 

Fotos: TV Dorf Tirol: Helmuth Rier, Benjamin Pfitscher, Florian Andergassen; IDM Südtirol-Alto Adige: Giulia Gartner, Alex Filz

 

Lisetta kann süchtig machen

Jedes Jahr zieht es uns für ein paar Tage ins Lisetta. Wir genießen einfach alles: der herzliche und unkomplizierte Empfang, das schöne Zimmer, das stets schmackhafte Essen, der tolle Service, die Liegewiese und die Sauna. Der Ausgangspunkt für einen Stadtbummel oder eine schöne Wanderung ist super. Wir freuen uns schon wieder auf nächstes Jahr.

Andrea S. - Holidaycheck

Wir sind noch nie so gut untergekommen

Das Hotel bzw. die ganze Atmosphäre ist einzigartig. Wir kommen sehr gerne hierher.
Einfach wunderbar! Vielen Dank besonders an die Inhaberfamilie De Dea und dem tollen Team, die mit viel Freude und Leidenschaft das Hotel betreiben und es zu einem absoluten Wohlfühlort machen.

Martin - HolidayCheck